Kontorberg

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Fixkosten, variable Kosten und der Blick auf drei Jahre

Welche Positionen haben sich am stärksten bewegt, und was kostet ein Auftrag wirklich? Eine Kostenstrukturanalyse aus den eigenen Konten.

Autor: PlatzhalterBeitrag: Platzhalter — redaktionelle Freigabe offen


Eine Frau schreibt an einem vollen Büroschreibtisch mit Ordnern, Laptop und Telefon in ein Notizbuch.
Eine Frau schreibt an einem vollen Büroschreibtisch mit Ordnern, Laptop und Telefon in ein Notizbuch. Bild: Platzhalter

Die Erfolgsrechnung zeigt, wie hoch die Kosten sind. Sie zeigt nicht, woher sie kommen, welche davon mit jedem Auftrag wachsen und welche auch dann anfallen, wenn kein Auftrag im Haus ist. Eine Kostenstrukturanalyse beantwortet diese Fragen aus den eigenen Konten — und sie blickt dabei nicht auf ein Jahr, sondern auf drei.

Kostenstellen bilden

Der erste Schritt ordnet jede Kostenart einem Bereich zu: Werkstatt, Büro, Fahrzeuge, Verkauf, Lager — je nachdem, wie die Firma arbeitet. Kleine Firmen brauchen selten mehr als fünf bis acht Kostenstellen. Die Zuordnung geschieht einmal, im Kick-off, und gilt danach für alle drei Jahre, damit die Vergleiche stimmen.

Fix oder variabel

Dann wird jede Kostenart als fix oder variabel eingestuft. Fixkosten fallen unabhängig von der Auftragslage an: Miete, Versicherungen, Grundgehälter, Leasing, Softwareabonnemente. Variable Kosten wachsen mit dem Umsatz: Material, Fremdleistungen, Verpackung, Provisionen, Überstunden. Manche Positionen sind gemischt — die Stromrechnung einer Werkstatt hat einen Grundanteil und einen Verbrauchsanteil. Für die Analyse genügt eine ehrliche Schätzung des Verhältnisses.

Kosten pro Auftrag oder pro Stunde

Aus Fixkosten und produktiven Stunden entsteht die Zahl, die in Handwerk und Dienstleistung am meisten interessiert: Was kostet eine Stunde, bevor überhaupt etwas verdient ist? Im Handel ist es die Frage nach den Kosten pro Auftrag oder pro Bestellung. Diese Zahl ist die Grundlage für jede Diskussion über Stundenansätze und Mindestbestellwerte — und sie überrascht in vielen Firmen, weil der Fixkostenanteil höher liegt als vermutet.

Der Blick auf drei Jahre

Der interessanteste Teil der Analyse ist die Bewegung. Welche Positionen sind in drei Jahren am stärksten gewachsen, welche geschrumpft, welche neu dazugekommen? Oft sind es nicht die grossen Posten, sondern die kleinen, die sich vervielfacht haben: Softwareabonnemente, die niemand mehr nutzt, Versicherungen, die sich überschneiden, Fahrzeugkosten für ein Fahrzeug, das selten fährt. Die Analyse zeigt die Bewegung; was daraus folgt, entscheidet die Firma.

Was im Bericht steht

Der Analysebericht enthält die Kostenstellen mit ihren Anteilen, die Aufteilung in fix und variabel, die Kosten pro Stunde oder pro Auftrag für jedes der drei Jahre und eine Liste der zehn Positionen mit der grössten Bewegung — jeweils mit der Quelle in der Buchhaltung. In der Abschlusssitzung gehen wir ihn Position für Position durch.

Was die Analyse nicht leistet

Sie spart nichts ein. Sie zeigt, wo Kosten entstehen und wie sie sich bewegt haben; ob eine Position gerechtfertigt ist, weiss die Firma besser als jede Auswertung. Und sie ist nur so genau wie die Buchhaltung, aus der sie stammt: Wer drei Jahre lang Material und Fremdleistungen auf dasselbe Konto gebucht hat, bekommt für diese beiden Positionen eine gemeinsame Zahl.

Dieser Beitrag beschreibt ein Vorgehen, keine Ergebnisse. Ob es zu Ihrer Firma passt, klären wir im Erstgespräch.

Zwei Wochen, fünf Schritte

  1. Kick-off

    Kontenplan durchgehen, Kostenstellen festlegen, Zuordnungsregeln klären.

  2. Export

    Kontenblätter der letzten drei Jahre als CSV aus der Buchhaltung.

  3. Zuordnung

    Jede Kostenart zu Kostenstelle und zu fix oder variabel; offene Fälle notiert.

  4. Auswertung

    Anteile, Kosten pro Stunde oder Auftrag, Bewegung über drei Jahre.

  5. Abschluss

    Bericht Position für Position durchgehen; offene Fragen in der Notiz.

Glossar

Kostenstelle
Ein Bereich der Firma, dem Kosten zugeordnet werden — Werkstatt, Büro, Fahrzeuge. Macht sichtbar, wo Kosten entstehen.
Fixkosten
Kosten, die unabhängig von der Auftragslage anfallen: Miete, Versicherungen, Grundgehälter, Leasing.
Variable Kosten
Kosten, die mit dem Umsatz wachsen oder sinken: Material, Fremdleistungen, Provisionen.
Kosten pro Stunde
Die Fixkosten geteilt durch die produktiven Stunden eines Jahres — was eine Stunde kostet, bevor etwas verdient ist.
Kontenblatt
Die Liste aller Buchungen auf einem Konto über einen Zeitraum, Grundlage für die Zuordnung.
Bewegung
Die Veränderung einer Kostenposition über die drei betrachteten Jahre, in Franken und Prozent.

Wann die Analyse sinnvoll ist

Zeitpunkt
Am besten nach dem Jahresabschluss, wenn drei vollständige Jahre vorliegen — oder vor der Budgetplanung, deren Kostenteil darauf aufbaut.
Vorlauf
Start meist zwei bis drei Wochen nach der Offerte. Der Kontenexport sollte vor dem Kick-off vorliegen.
Dauer
Zwei Wochen vom Kick-off bis zur Abschlusssitzung; dazwischen braucht es von der Firma etwa eine Stunde für Rückfragen.
Zugang
Kontenplan, Kontenblätter dreier Jahre, produktive Stunden oder Auftragszahl pro Jahr, Liste laufender Verträge.

Umfang und Preis der Leistung